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(Von Klaus Nobiling)

Barchettafahren und Kopfbedeckungen gehören zusammen. Sicherlich werden Puristen des Roadsterfahrens ohne solche auskommen, doch dürften dieselben auch die Fensterheber zu Steckfenstern umgebaut haben. Ein wenig Rücksicht auf die Gesundheit werden die meisten schon nehmen, denn die Gründe für eine Kopfbedeckung sind vielfältig:

  1. Sonnen- und Blendschutz
  2. Erkältungsschutz
  3. Frisur
  4. Botschaft

1. Sonnenschutz

Auch in deutschen Sommern soll es nach Auskunft älterer Menschen hin und wieder zu Sonnenschein kommen. Durch das Fahren im offenen Auto merkt man von der Sonnenhitze wenig. Schnell ist da ein Sonnenbrand oder schlimmer noch ein Sonnenstich die Folge. Letzteres führt zum GAU - der Fahruntüchtigkeit für ein paar Tage. Solches gilt es konsequent zu verhindern. Sonnenbrände spielen keine größere Rolle, denn Männern macht das nichts aus (deshalb nehmen die auch nie Sonnencreme) und Frauen ölen sich sowieso ein. Ein weiterer Faktor ist die Sichtverbesserung durch eine geeignete Kopfbedeckung. Insofern eigenen sich vor allem Schirmmützen oder breitkrempige Hüte.

2. Erkältungsschutz

Erkältungen sind eine ständige Gefahr für den naturliebenden Autofahrer. Grade in den nordeuropäischen Sommern ist eine Stirnhöhlenvereiterung nicht selten, besonders durch die charakteristischen Regenfahrten in dieser Zeit. Eine gute Kopfbedeckung muss also grade gegen Regen besonderen Schutz bieten.

3. Frisur

Naja, gut. Wer eine hat, will sie auch erhalten. Aber: Was sucht der in einem Cabrio?

4. Botschaft

Darum geht es hauptsächlich beim Thema Kopfbedeckungen. Jede Form von Mütze oder Hut, Helm oder Kappe hat eine Botschaft für die Umwelt. Der klassische Tropenhelm drückt aus: "Hallo, ich bin der große weiße Mann - bringt mich mal zu eurem Häuptling!" - Eine Einstellung, die besonders bei Auslandsfahrten durchaus für interessante Momente sorgen kann.

Strohhut in der barchettaEin luftiger Strohhut betont das feminin - lässige. Eleganz gepaart mit Weltläufigkeit bringt dieses Modell am Besten zum Ausdruck. Problem: Für Männer in einigen Ländern immer noch mit Schwierigkeiten verbunden (z.B. Bayern)

KopftuchÄhnlich gelagert: Das bekannte Kopftuch. Darin werden besonders Frauen sich wohlfühlen, da der Chic de "Jet Sets" sich auf sie überträgt. Im Zitat zu Grace Kelly oder Audry Hepburn schon seit langer Zeit als eine geeignete Kopfbedeckung für Cabriofahrten bekannt. Problematisch: Der unzureichende Regenschutz. Ein schicker Panamahut aus Leinen streicht die Abenteuerkomponente des Trägers heraus. Vorteil hier: Es gibt Frauen und Männermodelle. Die Krempen sind verformbar, sodass sie nicht im Nackenbereich durch die Kopfstütze drücken. Eine ideale Kopfbedeckung für den "Indiana Jones Typ". Problem: Eigentlich kann man dieses Ding niemals absetzen, um nicht uncool zu wirken. Zudem muss man stets Schlangenfilet verlangen, wenn man irgendwo zum Essen einkehrt.

Es legt sich nahe, dass maritime Kopfbedeckungen in einer barchetta (ital.: Bötchen) richtig sind. Hier gibt es verschiedenste Variationen. Da wäre die staatsmännische "Prinz Heinrich Kappe", die aber zwingend nach einer Klorollenbarbie auf der nicht vorhandenen Hutablage verlangt. Solche ist in einer barchetta nicht vorgesehen und dürfte bei allem Verständnis auch unangemessen wirken. Als ideal für Profis ist der "Südwester" zu empfehlen, besonders in besagten nordeuropäischen Sommern. Gearbeitet aus wasserbeständigen Material ist er aber auch an heißen Tagen atmungsaktiv. Seine Krempen vorne wie hinten sorgen für ideale Regenabweisung wie für Sonnen und Blendschutz. Der mitgelieferte Kinnriemen hält die Kappe perfekt auf Sitz. Originell, nützlich und preisgünstig kann man mit diesem Modell Akzente setzen: Der welterfahrene, praktische seemännische Typ fühlt sich darin souverän und wohl. Vorteil außerdem: Gespräche mit dem Beifahrer sind möglich, auch wenn das selten der Fall ist (siehe "Beifahrer").

WikingerhelmGrenzwertig sind Zitate historischer Uniformen, besonders im maritimen Bereich, wie der Wikingerhelm. Zweifellos ein dem Auto angemessener Kopfschmuck. Die Leichtigkeit südländischer Lebensführung geht ihm zwar ab, aber darin unterscheidet er sich keineswegs vom Südwester. Zudem bietet der Wikingerhelm noch Schutz vor harten Gegenstände wie Kokosnüssen, Ziegelsteinen, herumwirbelnde Äste. Die Hörner lassen sich für verschiedenste Gestaltungsmöglichkeiten nutzen: Je länger, desto mehr gefahrene Kilometer etc... Nachteilig: Das Tragen von Hörnern ist in unserem Kulturkreis eher unmodern geworden. Zudem vermittelt der Wikingerhelm ein kriegerisches Aussehen - wenn dies gewünscht wird, sollte auch die Körperstatur dazu passen! Gute Wikingerhelme zu bekommen ist schwierig, empfehlenswert sind Sammlungen nordeuropäischer Museen.

FliegerkappeDes weiteren sind die bekannten Fliegerkappen zu nennen, die besonders WK II Experten und Militariasammler faszinieren. Man kommt sich darin vor wie John Belushi im Film "1942". Vorteil: Männlich markant, wenn auch etwas ulkig. Nachteil: Es zieht wie Hechtsuppe an den Augen, sodass die Fliegerkappe mit Fliegerbrille oder Skibrille komplettiert werden muß. Ernsthaft: Warum nicht gleich einen Seidenstrumpf über das Gesicht? Ist einfacher und erleichtert auch Barabhebungen bei Banken!

BaseballkappeAls letzte Alternative möchte ich die verbreiteten Baseballkappen nennen. Sie sind preisgünstig, vielfältig und recht praktisch. Problem hierbei: Großgewachsene können sie mit einer unbedachten Bewegung durch den Fahrtwind vom Kopf gerissen bekommen. Außerdem: Wie damit eigene Akzente setzen? Man sieht immer aus wie der amerikanische Präsident auf Urlaub. Ist das cool? Zudem muss bedacht werden, welcher Aufdruck gewählt wird. Mit "Coca Cola" oder "Förstina Mineralbrunnen" oder "Deutz - Fahr" ist man zwar originell, aber doch ziemlich daneben. Besser: Die aktuelle Kappe des barchetta clubs deutschland.

Baseballkappe mit OhrenschützerUm die Ohren zu schützen gibt es auch Baseballkappen mit Ohrschützer, die halten zwar die Ohren warm, sehen aber ziemlich lächerlich aus.

Dies ist nur ein kleiner Abriss verschiedenster Kopfbedeckungen. Die Möglichkeiten sind viele: Folkloristische Mützen (bayrisch, schottisch, etc.), Helme und Skiausrüstungen sind hierbei noch nicht bedacht. Letztlich kommt es darauf an, etwas aufzuhaben was zu einem passt und mit dem man sich wohlfühlt.

Holdio in der barchetta Trappermütze

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